Der heilige St. Sebastianus

WEIHEGEBET ZUM HEILIGEN SEBASTIAN

(V) Heiliger Sebastian, die Historischen deutschen Schützenbruderschaften haben dich zum Patron erwählt und sich damit deinem Schutz empfohlen. So bitten wir dich in der Gemeinschaft der Schützengeschwister unserer Bruderschaft:

(A) Du Bekenner des Glaubens und Künder der göttlichen Liebe: / beschütze uns in der Gemeinschaft der Rödinger Schützen . / Laß uns Maß nehmen an deinem Lebens- und Glaubenszeugnis, / damit unsere Ideale von Glaube, Sitte und Heimat immer wieder neu belebt werden.

Schenke uns den Mut für das Gute, / die Einsicht in das Wahre / und die Freude am Schönen. / In der Kraft deiner Fürsprache bewahre uns vor aller Verflachung, / damit wir nicht nur Bewahrer der Traditionen von Gestern sind, / sondern auch jene neue Kraft erfahren, die aus alten Wurzeln kommt.

Mache uns zu Christen der Tat, / zu Menschen der geschwisterlichen Liebe zu allen, / zu Hütern der guten Schöpfung Gottes. / Laß alles, was wir einzeln oder in der Gemeinschaft unserer Bruderschaft tun, / einmünden in die Verherrlichung Gottes, damit wir als Schützen auch zum Segen werden und bleiben für unsere Dörfer Rödingen, Höllen und Bettenhoven.

(V) Heiliger Sebastian

bitte für uns

(Priester) Allmächtiger Gott, erhöre das Gebet der St. Sebastianus -Schützenbruderschaft. Berge uns im Atem des Heiligen Geistes und segne Sport und Geselligkeit unserer Gemeinschaft durch Christus Jesus, unseren Herrn.

(A) Amen

Sebastianus

Sebastian (bedeutet "der Erhabene") wurde im gallischen Narbonne (im heutigen Frankreich) geboren und wuchs in Mailand auf. Bereits in seiner frühesten Jugend kam er mit dem Christentum in Berührung und wurde ein eifriger Anhänger der Lehre Christi. Sebastian besaß eine starke Neigung zum Militärdienst und da er ein sehr tüchtiger und zuverlässiger Mensch war, erhielt schnell den Posten des Befehlshabers der Prätorianischen Leibwache des Kaisers
Diokletian (284-305).

Der Palasthauptmann Sebastian war im kaiserlichen Rom sehr bekannt und beliebt. Zudem war Sebastian ein enger Freund von Kaiser Diokletian. Dieser hatte den jungen Offizier, der sich in vielen Schlachten verdient gemacht hatte, persönlich als Befehlshaber der Leibwache ausgesucht. Solange seine Untertanen ihren Dienst verläßlich verrichteten, war es dem Kaiser egal, welcher Religion sie angehörten. Die Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung und
seine persönliche Sicherheit waren dem Kaiser wichtiger, als irgendein religiöser Fanatismus.

Sebastian rechtfertigte das Vertrauen des Kaisers. Er war mit Leib und Seele Soldat und wäre nie von seinen Befehlen abgewichen. Das hohe christliche Glaubensideal der Urchristen, das von der Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht geprägt war, hielt ihn davon ab, sich an den Exzessen seiner Kameraden zu beteiligen.

Nach der Wachablösung hielt sich Sebastian meist bei der christlichen Gemeinde auf. Dort tauschte er Neuigkeiten aus und fungierte als Sachwalter öffentlicher Angelegenheiten. Sein Eintreten für das Recht der lange Unterdrückten und jetzt nur Geduldeten konnte ihm jederzeit den Kopf kosten. Dennoch war ihm der Kampf für Glauben und Gerechtigkeit wichtiger als sein eigenes Leben und seine Karriere.

Die Gefahrenzeichen aus dem Orient in Form von Edikten (Christen wurden aus dem Heer ausgestoßen) seit dem Jahr 298 entgingen seiner Wachsamkeit nicht. Schon seit einigen Jahren praktizierte Cäsar Galerius im östlichen Teil des römischen Imperiums die planmäßige Ausrottung aller Christen. Im Jahre 303 befahl dann auch Kaiser Diokletian eine ähnliche "Säuberungsaktion" in Rom. Als es dann soweit war, verlegte Sebastian sein Wirkungsbereich
von den Straßen in das örtliche Gefängnis. Dort überbrachte er den Gefangenen den letzten Gruß der Gemeinde und eine Hostie. Sicher haben einige wohlwollende Hofbeamte immer wieder Sebastian zur Vorsicht gemahnt. Auch die Kirche hat die Losung ausgegeben, sich nicht freiwillig ins Martyrium zu drängen. Sebastian hielt Disziplin, wagte aber dennoch bei einer Gerichtsverhandlung zuviel.

Die sogenannte "Legenda aurea" berichtet über diese Gerichtsverhandlung:

Die Zwillingsbrüder Marcellianus und Marcus sollten wegen ihres Christenglaubens enthauptet werden. Die Eltern der beiden bettelten sie an, von ihrem Glauben abzuschwören um ihr Leben zu retten. Fast hätten sie Erfolg gehabt.

Doch da kam Sebastian dazu und sprach: "Oh, ihr starken Ritter Christi, laßt euch nicht die ewige Krone rauben durch Bitten und süße Worte."

Zu den Eltern gewandt sagte er: "Fürchtet euch nicht, denn diese werden nicht von euch geschieden, sondern sie gehen hin, daß sie euch eine Wohnung bereiten im Himmel. Die Verfolgung, die wir hier leiden, die glüht heute und ist morgen verraucht. In einer Stunde nimmt sie ein Ende. Die Feuer der ewigen Pein aber werden alle Zeit erneuert und gemehrt, damit die Strafe vollkommen sei."

Die Zwillinge Marcus und Marcellianus blieben also standhaft durch die Kraft, die ihnen Sankt Sebastianus verliehen hatte. Ihre Eltern und viele andere Menschen, die dabei waren, wurde gläubig und empfingen die Taufe.

So kam es, daß Sebastian wegen Aufreizung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt wurde und man ihm den Prozeß machte. Da er Soldat war, wurde er zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die besten numidischen Bogenschützen der Garnison wurden zur Vollstreckung des Urteils abkommandiert. Ihre Pfeile jedoch taten eine schlechte Arbeit. Besinnungslos und blutüberströmt, aber noch lebend, konnte Sebastian von Christen geborgen und von der hl. Witwe des Märtyres Castulus, Irene gesund gepflegt werden. Inzwischen war die Christenverfolgung weiter fortgeschritten und Sebastian erfuhr täglich von neuen Opfern.
In Sebastian keimte eine große Idee. Er wollte als Totgeglaubter vor dem Kaiser treten und
ihm über das Unrecht aufklären, was in seinem Namen begangen wird. Die Hoffnung, daß der
Kaiser seinen Befehl zur Ausrottung der Christen zurücknehmen werde, war zwar äußerst
gering, aber dennoch ließ es Sebastian auf einen Versuch ankommen.

Er wartete also nicht mehr lange mit der Ausführung seines Beschlusses und trat Kaiser Diokletian entgegen. Er nutzte die Überraschung des Kaisers um eine Verteidigungsrede für das Christentum vorzutragen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte er wahrscheinlich Erfolg gehabt, aber inzwischen war aus dem weitblickenden Herrscher ein mißtrauischer, launenhafter und despotischer Mann geworden. Diokletian sah in Sebastians Rede eine direkte Beleidigung seiner kaiserlichen Persönlichkeit. Empört ließ er Sebastian abführen und auf den Palasthof mit Knüppeln wie einen Hund niederschlagen. Sein Leichnam wurde daraufhin in die große Kloake (cloaka maxima) geworfen. Der Heilige erschien Lucina, eine fromme Christin, im Traum und wies sie an, seinen Leichnam zu bergen. Wie im Traum angewiesen, barg Lucina seinen Leichnam und begrub ihn an der Stelle der Via Appia "ad Catacum bas", die Sebastian
ihr in ihrem Traum genannt hatte. An dieser Stelle wurde im Jahr 367 von Papst Damasus eine der sieben Hauptbasiliken Roms, die heutige Kirche San Sebastiano, erbaut.

Das Fest des heiligen Märtyrers wird seit dem Jahre 354 am 20. Januar gefeiert. Dargestellt wird der hl. Sebastian meist als entblößter, von Pfeilen durchbohrter, an einem Baum gebundener Jüngling.

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